Ängste und die Atmung - V-P-T Verband
Fachverband Autogenes Training

Ängste und die Atmung

Was ist Autogenes Training?

Autogenes Training (AT) ist eine spezielle Form der Entspannungstechniken. Durch die Konzentration auf bestimmte Körperteile und mit Hilfe bestimmter Selbstsuggestionen oder auch Affirmationen führt man sich in eine fokussierte Selbstentspannung.

Zuerst erwähnt wurde das Autogene Training in den 1920er-Jahren vom deutschen Psychiater Johannes Heinrich Schultz. Dieser hatte nämlich entdeckt, dass Menschen sich nur durch ihre Vorstellungskraft in einen tranceähnlichen Zustand versetzen können, in dem sie sich besonders tief entspannen können. Anschliessend wurden die von J.H. Schulz eingeführten Methoden weiterentwickelt und das Autogene Training besitzt heutzutage vor allem im deutschsprachigen Raum grosse Beliebtheit. Es wird meist verwendet, um Stress zu reduzieren oder Angst abzubauen.

Ängste und das vegetative Nervensystem

Angst ist ein emotionaler Zustand, der durch als bedrohlich empfundene zukünftige Ereignisse ausgelöst wird. Angst ist ein natürliches Grundgefühl, das den Menschen dabei geholfen hat zu überleben. Die Angst ist eine Schutzfunktion und sichert den Fortbestand der Menschheit. Doch gerade in der heutigen Zeit kommt es bei vielen Menschen zu einem Übermass an Ängsten. Viele Menschen machen sich in unserer modernen, schnelllebigen Welt sehr viele Gedanken über ihre Zukunft, was häufig in Angst mündet. Dazu tritt häufig die sogenannte Angststörung auf, bei der es auch in harmlosen Situationen zur Angst kommt.

Bei starken Ängsten reagiert unser vegetatives Nervensystem. Der Körper schüttet Stresshormone aus, die Muskeln verspannen sich, der Blutdruck steigt und die Gedanken werden immer schneller und noch ängstlicher.

Was hilft bei Ängsten?

Das Autogene Training ist eine wunderbare Methode, die bei Ängsten helfen kann. Es kann selbst bei sehr gestressten Menschen für Entspannung sorgen. Durch Fokussierung auf den Körper und der selbst generierten Entspannung, entspannt sich auch das vegetative Nervensystem und die Gedanken werden wieder ruhiger. Auch über die bewusste Atmung kann ein positiver Effekt auf das körperliche Empfinden generiert werden. Die Atmung ist beim Autogenen Training ein zentrales Element.

Die Atmung wird oft als bloßer Reflex zur Sauerstoffaufnahme wahrgenommen. Allerdings ist sie direkt mit dem vegetativen Nervensystem verbunden und hat daher auch Auswirkungen darauf, wie gestresst ein Mensch sich fühlt. Einerseits atmet der Mensch in entspannten Situationen tiefer und langsamer. Andererseits kann auch eine ruhige und tiefe Atmung zur Entspannung beitragen. So wirkt das Autogene Training durch gezielte Atemmethoden direkt auf die körperliche Entspannung.

Ängste lösen mit Autogenem Training

Oft befindet sich der Mensch in einem Teufelskreis: Er denkt sehr viel über seine Angst nach und wenn er zu keiner Lösung dabei kommt, denkt er als Folge davon noch mehr nach. Das Autogene Training kann hier mit bestimmten Atemtechniken helfen. Der Mensch generiert sich selbst eine tiefe Entspannung und denkt nicht mehr an seine Angst oder an die Zukunft. Er ist im Hier und Jetzt. Wird der Entspannungsvorgang wiederholt, ist auch eine komplette Auflösung von Ängsten durchaus möglich. Durch Autogenes Training und die Atmung fühlt sich der Mensch gelöster und befreiter in seinem Alltag.

Regelmässiges Autogenes Training kann dazu beitragen, dass man seine Angst auch langfristig überwindet. Durch regelmässiges Entspannen und der Generierung eines tranceähnlichen Zustands, fühlt der Mensch sich langfristig besser und spürt die Kraft, nicht mehr seiner Angst ausgeliefert zu sein. Auch kann das Atmen im Alltag bewusster geschehen, was positive körperliche und psychische Auswirkungen zur Folge hat.
Aufgrund dieser Effekte wird das Autogene Training auch als ein Mentaltraining bezeichnet. Es vermittelt mentale Stärke und fördert so die Resilienz gegenüber schwierigen und stressigen Alltagssituationen. Daher wird es besonders gerne von Managern oder anderen durch ihren Beruf sehr gestressten Menschen genutzt.

Eine Atmungsmethode bei Ängsten

Im Folgenden soll eine beliebte Atemtechnik zur Beruhigung von Ängsten vorgestellt werden: Die 4-7-8-Atmung findet im Sitzen statt. Häufig wird dabei der Lotussitz verwendet, wobei auf einen durchgestreckten Rücken zu achten ist. Doch man kann sich auch bequem auf einen Stuhl setzen.
Zuerst wird durch tiefes Ausatmen die Lungen komplett entleert. Danach atmen Sie vier Sekunden durch die Nase tief ein. Anschließend halten Sie die Luft für sieben Sekunden an und bleiben dabei entspannt. Zuletzt atmen Sie acht Sekunden lang kräftig durch den Mund aus. Dieser beschriebene Ablauf sollte viermal wiederholt werden.

Fazit

Besonders in unserer heutigen Zeit stellen Stress und Angst für den Menschen ein immer grösser werdendes Problem dar. Das Autogene Training und die Atmung kann effektiv dazu beitragen, wieder in die Ruhe und Gelassenheit zu kommen. Da die Atmung direkten Einfluss auf die körperliche Empfindung der Angst hat, nutzt das Autogene Training Atemtechniken, um die Angst zu lösen und sie langfristig zu überwinden. Deshalb stärkt es die Resilienz eines Menschen und ist besonders in schwierigen und stressigen Phasen, aber auch als Vorsorge für diese Phasen sehr sinnvoll.

Wenn auch Sie Interesse am autogenen Training haben, nehmen Sie Kontakt mit einem Trainer für Autogenes Training unseres Verbandes auf. Unsere Trainer können Ihnen dabei helfen, Ihre Resilienz zu erhöhen. So kommen Sie mit Angst und Stress – egal ob aus beruflichen oder privaten Gründen – besser klar und können entspannter Ihr Leben meistern.

Quellen:
– Schultz, J.H (2020). Autogenes Training Das Original-Übungsbuch. (27. Aufl.)

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