Der Coach als Lebensbegleiter - V-P-T Verband
Fachverband Coaching

Der Coach als Lebensbegleiter

Was ist Coaching?

Ein Lifecoach kann als Lebensbegleiter auftreten, der seine Klienten dabei unterstützt, ihre individuellen Lebensziele zu erreichen. Es klingt schon heraus, dass es nicht darum gehen soll, vorgefertigte Lösungsstrategien zu erlernen. Das private Coaching bieten ganz im Gegenteil dazu die Möglichkeit, konkret auf den Klienten zugeschnittene Ziele zu definieren, gemeinsam im Gespräch Probleme zu erkennen und Strategien zur Zielerreichung zu entwickeln, die mit dem individuellen Alltag des Unterstützung-Suchenden vereinbar sind.

Für wen eignet sich ein Lifecoaching?

Das Coachingangebot wird in der Regel von Gesunden, also nicht akut von psychischen Erkrankungen betroffenen Personen, in Anspruch genommen. Dies können Menschen sein, die sich neu orientieren wollen, weil sie sich ihrer Lebensziele nicht oder nicht mehr bewusst sind. Andere können ihre Ziele vielleicht sehr genau definieren, es fehlt ihnen jedoch an den notwendigen Kompetenzen um diese umsetzen zu können.

Grosse Lebensthemen, die im Rahmen des Coachings bearbeitet werden, betreffen häufig die persönliche oder berufliche Weiterentwicklung. Nicht selten sehen sich die Klienten durch wiederholt auftretende zwischenmenschliche Schwierigkeiten vor unüberwindliche Hindernisse gestellt. Ein Lifecoach unterstützt in diesen Zusammenhängen die notwendigen Prozesse der Persönlichkeitsentwicklung und verhilft seinem Klienten zu einer distanzierten Betrachtung seiner Lebenssituation.

Dies kann natürlich auch Menschen betreffen, die eine klinische Behandlung psychischer Störungen oder schwerer Krankheitsverläufe hinter sich gebracht haben und nun unter professioneller Anleitung die bereits erlernten Strategien in den Alltag integrieren müssen. In diesen Fällen sollte jedoch die klinische Behandlung abgeschlossen sein bzw. das Coaching eher sekundär Einsatz finden.

Gemeinsam Lebensthemen lösen

Häufig geht der Inanspruchnahme eines Lebensberaters eine Lebenskrise voraus. Die auslösenden Faktoren sind hierbei so vielfältig wie die Klienten selbst. Grundlegend handelt es sich gehäuft um Veränderungsmechanismen und Alltagseinbrüche:

  • Trennungen
  • beruflicher Veränderungen
  • tatsächliches oder empfundenes Scheitern
  • Umzüge
  • Geburten
  • Auszug in die erste eigene Wohnung
  • Beginn eines Studiums

Die Klienten sind auf der Suche nach Möglichkeiten, mit diesen Veränderungen umgehen zu lernen bzw. notwendige Veränderungen herbei zu führen. Dies wird vor allem in festgefahrenen Lebenssituationen notwendig werden. Wenn Menschen also feststellen, dass sie mit ihrem bisherigen Lebensstil weit unter ihren potenziellen Möglichkeiten zurückbleiben. Der Coach ist in diesen Fällen Ansprechpartner zur Reflexion der vorherrschenden Lebenssituation und zur Entwicklung von Bewältigungsstrategien.

Vorgehen und Methoden des Coachings

Der Berater wird mit seinem Klienten eingehend sehr intensive Gespräche führen. Er wird sich das konkrete Anliegen schildern lassen und hinterfragen, wie die aktuelle Ist-Situation zustande kam und welche Ziele und Veränderungswünsche die Person zu ihm führen.

Dabei wird er sich alle Aspekte des Alltags des Klienten ausführlich darlegen lassen, sodass er nach ein oder mehreren einführenden Gesprächen einen Überblick über dessen Gesamtsituation gewinnt.

  • das persönliche Umfeld
  • die berufliche Situation
  • den Tagesablauf
  • Beziehungsstrukturen
  • Wertvorstellungen
  • Motivatoren
  • Stressoren

Den so gewonnen Gesamteindruck wird der Coach seinem Klienten explizit widerspiegeln. Somit erhält dieser die Chance, seine Situation von Aussen zu betrachten und sein Anliegen distanziert einzuordnen.

Damit unterstützt dieser Abschnitt des Lifecoachings einen wesentlichen Teil des Veränderungsprozesses. Die objektive Erkenntnis der aktuellen Situation stellt eine wesentliche Grundlage für das weitere Vorgehen dar. Der Klient erhält einen differenzierteren Blick auf seine Lebensumstände. Ungünstige Zustände oder Förderungsfaktoren können vom Klienten in diesem Zusammenhang häufig selbst identifiziert werden.

Dem Berater obliegt nun die Aufgabe, diesen genauer auf die Spur zu kommen. Dazu wird er gemeinsam mit dem Klienten dessen Veränderungsziele auf deren praktische Umsetzbarkeit hin überprüfen. Typische Fragestellungen an dieser Stelle können sein:

  • Was möchten Sie erreichen?
  • Welche persönlichen, wirtschaftlichen und strategischen Ressourcen sind dazu notwendig?

Darauf basierend kann ein Abgleich zwischen Soll- und Ist-Zustand gezogen werden. Meist treten in diesem Kontext relativ offensichtlich fehlende Fähigkeiten und Ressourcen zu Tage. Diese Punkte können als Zwischenziele identifiziert werden. Lifecoach und Klient erstellen darauf basierend eine Zielhierarchie, klären also welche Ziele grundlegend für andere sind und von daher zuerst in Angriff genommen werden sollten.

Sind diese Punkte geklärt, kann die praktische Arbeit beginnen. Ein Ziel nach dem anderen wird abgearbeitet werden. Zum Teil können mehrere Ziele parallel verfolgt werden. Der Berater stellt mögliche ihm bekannte Strategien vor, die ihm in Hinblick auf das Ziel des Klienten als sinnvoll erscheinen und bespricht mit ihm, welches Vorgehen diesem, entsprechend seines individuellem Mindsets, am nächsten liegen würde.

Wichtig: der Berater gibt in der Regel nur Entscheidungshinweise. Er stellt sein Wissen zur Verfügung, zwingt seinem Klienten jedoch keine Handlungsschritte auf. Die Handlungsimpulse kommen von diesem selbst, denn nur der Klient ist in der Lage, seine Persönlichkeit und damit wesentliche Komponenten seines Lebens längerfristig zu verändern.

Feedback und nachhaltige Motivation

Hat man sich für ein Vorgehen entschieden, unterstützt der Coach die Zielerreichung durch regelmässige Übungen, Feedbackmöglichkeiten und Reflexionsverfahren. Man wird besprechen, wie die praktische Umsetzung theoretisch eingeübter Strategien voranschreitet. Die gemeinsame Reflexion konkreter Alltagssituationen kann zu neuen Veränderungsimpulsen führen.

Der Coach fungiert hier als Beobachter und ständiger Motivator. Er verhilft zu einer distanzierteren Sicht auf die eigenen Handlungen und unterstützt den Klienten, auch bei wiederkehrenden Zweifeln am Ball zu bleiben. Dazu wird er ihm die übergeordneten Ziele immer wieder vor Augen führen und ihn an seine Stärken und Teilerfolge erinnern. Die Rückmeldung des Coachs kann dem Klienten helfen, im Zweifelsfall eine Kurskorrektur vorzunehmen und seine Fortschritte objektiv einzuschätzen.

Formen der Unterstützung mit Coaching

Ein Coaching kann in Einzelsituationen oder in einer Gruppe stattfinden. Sinnvoll ist häufig eine Kombination aus beiden Vorgehensweisen. So kann in der Einzeltherapie konkret auf individuelle Probleme eingegangen werden, während die Gruppe Überschneidungen aufgreifen und helfen kann, die eigenen Probleme realistischer einzuordnen. Gruppenprozesse können in diesem Zusammenhang erstaunlich motivierend wirken, zumal das Wiedererkennen eigener Erfahrungen in den Darstellungen anderer die Selbstakzeptanz erhöht.

Darüber hinaus wird der Lifecoach seinem Klienten wertvolle Tipps für dauerhafte Selbsthilfevorgänge vermitteln. Er kann eventuell Hilfsmittel, weiterführende Kurse und Beratungszentren empfehlen.

Das Coaching ist somit ein wirksames Mittel, um die eigene Selbstwahrnehmung zu stärken und kann auch Ihnen helfen, persönlichen oder beruflichen Herausforderungen gelassen zu begegnen. Ein Beratungsgespräch bei einem Coach unseres Schweizer Verbandes für Persönlichkeitstrainer ist jederzeit buchbar. Wir stehen Ihnen in Fragen der Lebensbegleitung kompetent und mit individuellen Lösungen zur Seite und unterstützen Sie auf ihrem Weg zu mehr Resilienz und Wohlergehen.

Quellen:
– Rauen, C. 2021. Handbuch Coaching. Hogrefe Verlag; 4.Aufl.

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