Rückblick: Angstfrei-Kongress 2025

Liebes V-P-T Mitglied, liebe Leserschaft,

Falls du den Angstfrei Kongress am 18. und 19. Oktober dieses Jahres verpasst haben solltest, möchten wir dir hiermit einen inspirierenden Einblick seitens des Vorstands gewähren.

Angstfrei-Kongress 2025 – Bewusst denken, frei fühlen – Einstimmung auf Resilienz & Prävention

Der Angstfrei-Kongress 2025 war erneut ein inspirierender und rundum gelungener Anlass, der den Puls der Zeit spürbar aufgriff. In einer Welt, die sich immer schneller dreht, stellte der Kongress in diesem Jahr ganz bewusst die mentale Gesundheit in den Mittelpunkt – als Fundament für Lebensqualität, Resilienz und echte innere Freiheit. Das Thema Angst blieb dabei, wie jedes Jahr, der zentrale Dreh- und Angelpunkt – doch die Perspektive hat sich erweitert. Nicht mehr nur die Bewältigung stand im Fokus, sondern auch die Prävention und Stärkung des emotionalen Immunsystems: Wie können wir uns selbst regulieren, Halt finden und in herausfordernden Zeiten stabil bleiben? Wir vom Vorstand möchten dir nachfolgenden noch ein paar weitere Eindrücke gewähren, welche wir aus dem ersten Tag Angstfrei Kongress 2025 mitgenommen haben – viel Freude beim Lesen.

Maya Onken – Autorin, Coach und Geschäftsführerin Onken Akademie

Mit ihrer gewohnt direkten und humorvoll ehrlichen Art nahm Maya Onken das Publikum mit auf eine erkenntnisreiche Reise durch die Höhen und Tiefen moderner Beziehungen. Ihr Vortrag zum Buch „Beziehungsstatus: unzufrieden“ war kein Trostpflaster für gebrochene Herzen, sondern ein augenzwinkernder Weckruf an alle, die sich schon einmal gefragt haben: „Wieso gerate ich eigentlich immer an denselben Typ Mensch?“ Maya Onken zeigte auf, dass Beziehungsunzufriedenheit selten am Gegenüber liegt, sondern oft in unbewussten Mustern, Erwartungen und alten Prägungen wurzelt. Mit psychologischem Tiefgang und spürbarer Lebenserfahrung führte sie das Publikum spielerisch an diese Dynamiken heran – und liess die Zuhörer:innen dabei auch über sich selbst schmunzeln. Angelehnt an das klassische Riemann-Modell der Persönlichkeit machte sie deutlich, dass unsere Beziehungsdynamiken kein Zufall sind. Wir alle tragen Grundmuster in uns, die bestimmen, wie wir lieben, arbeiten, streiten und wachsen.

A – Die Abenteurerin / der Abenteurer

Veränderungs- und freiheitsliebend, neugierig und mutig. Dieser Typ braucht Bewegung wie andere Luft zum Atmen. Abenteuerer:innen lieben Risiko, Neues und den Duft von Freiheit. Sie fühlen sich lebendig, wenn sie Grenzen sprengen dürfen – sei es im Job, in der Liebe oder im Denken. Ihr Lebensmotto könnte heissen: „Stillstand? Nur, wenn ich schlafe.“ Ihre Stärken: Kreativität, Spontaneität, Improvisationstalent und Mut. Herausforderung: Manchmal verwechseln sie Abwechslung mit Erfüllung – und laufen Gefahr, die Tiefe gegen Tempo einzutauschen.

B – Die Pflegende / der Beratende / Begleitende

Das Herz am rechten Fleck und die Hände dort, wo sie gebraucht werden. Diese Menschen sind die Seelenpfleger:innen unserer Gesellschaft: empathisch, hilfsbereit, warmherzig und loyal. Ob in Pflege,  coaching, Pädagogik oder Familie – sie blühen auf, wenn sie unterstützen und anderen Halt geben können. Ihre Energiequelle ist Beziehung, ihre Grundhaltung: „Ich bin da – für dich.“ Ihre Stärken:  Einfühlungsvermögen, Geduld, soziale Intelligenz und Fürsorglichkeit. Herausforderung: Sie neigen dazu, sich selbst zu vergessen – und dürfen lernen, Hilfe anzunehmen, nicht nur zu geben.

C – Die Bewahrerin / der Bewahrer

Ordnung ist hier kein Zwang, sondern Liebe zum Detail. Bewahrer:innen sind die ruhenden Pole im Sturm der Veränderung. Sie sorgen für Struktur, Stabilität und Verlässlichkeit – in Familie, Beruf und Gesellschaft. Ihre Lieblingsdisziplin: Verantwortung. Ihre Devise: „Chaos hat keine Zukunft.“ Typische Berufe: Buchhalter:innen, Techniker:innen, Beamt:innen, Jurist:innen, Polizist:innen – Menschen, die Systeme am Laufen halten. Ihre Stärken: Genauigkeit, Organisation, Loyalität und Pflichtbewusstsein. Herausforderung: Manchmal steht ihre Sehnsucht nach Sicherheit dem inneren Wachstum im Weg – doch gerade sie schenken der Welt Halt.

D – Die Gestalterin / der Gestalter

Der geborene Macher- oder Macherinnen-Typ: führungsstark, klar, zielorientiert. Gestalter:innen übernehmen Verantwortung, denken visionär und bringen Ideen in Form. Sie inspirieren andere, Entscheidungen zu treffen und sich zu bewegen. Ihre Energie: Einfluss, Struktur, Strategie – aber mit Herz. Ihr Motto: „Wenn’s keiner macht, mach ich’s.“ Stärken: Entscheidungsfreude, Führungsqualität, analytisches Denken und Durchsetzungskraft. Herausforderung: Kontrolle loszulassen und Vertrauen in Prozesse und Menschen zu entwickeln.

Unser Fazit zu Maya Onken

Beziehungsarbeit ist immer Bewusstseinsarbeit. Denn wer seine eigenen Muster erkennt, nimmt der Angst die Macht – und gewinnt Handlungsspielraum, Leichtigkeit und Humor zurück. Und mal ehrlich: Wenn wir schon lernen, mit all unseren Ecken, Kanten und kleinen Neurosen zu leben – dann doch bitte mit Stil, Selbstironie und einer guten Portion Herzenswärme. Oder wie Maya Onken es so schön auf den Punkt bringt: „Wer über sich lachen kann, hat schon den ersten Schritt Richtung Freiheit getan.“

Univ.-Doz. Dr. med. Dr. scient. Raphael M. Bonelli – Das Herz ist die Basis des Denkens

Mit gewohnt scharfsinnigem Witz und neurologischer Präzision nahm Dr. Raphael M. Bonelli das Publikum mit auf eine Reise durch die Geschichte des Denkens – von Platon über Freud bis hin zur modernen Neurowissenschaft. Sein zentrales Credo: „Das Herz ist die Basis des Denkens.“ Was auf den ersten Blick poetisch klingt, ist neuropsychologisch betrachtet revolutionär. Bonelli zeigte, dass Emotionen den Gedanken vorausgehen – dass unser Herz also entscheidet, ob uns etwas Lust oder Unlust bereitet, noch bevor der Verstand sich einschaltet. In einem genialen Dreiklang stellte er die drei grossen Denker-Modelle gegenüber:

  • Platon mit seiner Dreiteilung aus logistikón (Vernunft, Kopf), thymoeidés (Mut, Herz) und epithymētikón (Begehren, Bauch).
  • Freud, der daraus Über-Ich, Ich und Es formte – und damit eine Hierarchie schuf, in der der Bauch oft zu kurz kam.
  • Und schliesslich das „neue Modell“, in dem Bonelli Kopf, Herz und Bauch wieder in Balance bringt – mit einem klaren Appell an die innere Integration: Denken, Fühlen und Handeln gehören zusammen.

Mit einem Augenzwinkern „nahm er die drei Leader der Psychologie auseinander“ – analytisch brillant, aber immer mit spürbarer Freude an der Erkenntnis. Seine Botschaft war klar: Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein kurzer Moment der Freiheit, und genau dort entsteht Verantwortung.

„Es liegt in unserer Macht, die Reaktion zu wählen.“

Diese kleine, oft unbemerkte Entscheidung ist die grösste Freiheit, die wir haben – und der Schlüssel zu positivem, bewusstem Handeln. Bonelli machte deutlich: Wer lernt, diesen inneren Raum wahrzunehmen, kann Angst nicht nur verstehen, sondern verwandeln – in Klarheit, Gelassenheit und Herzintelligenz.

Unser Fazit zu Dr. Raphael M. Bonelli

Das Herz – und damit auch unser sogenanntes Bauchhirn – ist weit mehr als ein poetisches Symbol. Es ist ein hochkomplexes, neurobiologisch vernetztes Wahrnehmungssystem. Wenn wir also ein „merkwürdiges“ Gefühl haben, dann ist das im wahrsten Sinne des Wortes stimmig – eine körperlich-emotionale Resonanz, die uns etwas mitteilen will, bevor der Verstand eine Geschichte daraus macht. Psychologisch betrachtet ist dieses intuitive Spüren Teil unserer somatischen Intelligenz: Ein Zusammenspiel aus limbischem System, Vagusnerv und emotionalem Gedächtnis, das uns signalisiert, was uns guttut – und was nicht. Bonelli brachte es auf den Punkt: Wir sind soziale, fühlende Wesen, keine rein rationalen Denkapparate. Unser Herz reagiert schneller als unser Kopf – es bewertet, ob etwas im Einklang mit uns ist. Und diese Signale gilt es nicht mit Logik zu überstimmen, sondern bewusst wahrzunehmen und zu integrieren. Kurz gesagt: Wer auf sein Herz hört, denkt klarer. Denn wahre Vernunft
entsteht erst dort, wo Verstand und Gefühl in Beziehung treten – und wir den Mut haben, unserer inneren Wahrheit zu trauen.

Slatco Sterzenbach – 17-facher IRONMAN-Finisher, Bestsellerautor und Mentalcoach

Wenn einer weiss, was mentale Stärke bedeutet, dann Slatco Sterzenbach – 17-facher Ironman-Finisher, Mentalcoach, Autor und jemand, der das, was er lehrt, lebt. Doch statt Heldengeschichten aus dem Triathlon zu erzählen, begann Sterzenbach seinen Vortrag mit einer unbequemen Wahrheit: „Disziplinlosigkeit ist kein Charakterproblem – sie ist ein Symptom.“ Der Ironmind für Erfolg und Glück kann trainiert werden! – „Erfolg“, sagte Sterzenbach, „heisst nicht, dass du’s kannst – sondern dass du’s trainiert hast.“ Sterzenbach zeigte mit dem Komfortzonen- und Eisbergmodell, dass echte Veränderung kein Spaziergang ist – sondern ein Weg durch Schichten des Bewusstseins. Solange wir es uns in der Komfortzone gemütlich machen, bleibt alles sicher – aber auch gleich. Erst wenn wir in die Angstzone treten, begegnen wir dem wahren Gegner: unseren Selbstzweifeln und der Meinung anderer. Wer dort nicht umkehrt, sondern weitergeht, landet in der Lernzone – dort, wo neue Fähigkeiten entstehen und alte Muster bröckeln. Und am Ende dieses Weges wartet die Wachstumszone – der Raum, in dem Sinn, Selbstvertrauen und Freiheit nicht mehr Theorie sind, sondern gelebte Realität.Der ehemalige Leistungssportler machte klar: Mentale Stärke ist kein Talent, sondern
Training.Er selbst begann mit nichts – „null sportlich, null erfolgreich“, wie er lachend zugab – und genau das machte ihn glaubwürdig. Er machte deutlich: Jeder Fortschritt beginnt mit der bewussten Entscheidung, die Komfortzone zu verlassen – und Werte in gelebte Taten zu verwandeln. Denn viele sprechen von Gesundheit, Karriere und Liebe, doch leben stattdessen Erschöpfung, Multitasking und Selbstvergessenheit. Ein deutliches Symptom einer Zeit, die Ergebnisse feiert, aber Werte verlernt hat. Umso wichtiger, so Sterzenbach, ist es, sich der eigenen Prioritäten wieder bewusst zu werden. Dafür präsentierte er eine klare Werte-Hierarchie:

  1. Gesundheit
  2. Karriere
  3. Weiterentwicklung
  4. Liebe

Doch, so Sterzenbach, Werte sind nur dann wirksam, wenn sie messbar werden – also in alltägliche Rituale übersetzt werden: Drei Mal pro Woche Ausdauertraining, kein Alkohol, zehn Seiten täglich lesen, morgens und abends Umarmung, Zeit mit den Kindern, Weiterbildung und Selbstreflexion.Seine Botschaft war so einfach wie unbequem: „Viele Menschen reden über Erfolg – aber sie trainieren ihn nicht. “Und noch ein Satz blieb hängen, typisch Sterzenbach, provokant, aber ehrlich:„Dein Bankkonto ist dein Selbstwert.“ Nicht als Mass für materiellen Reichtum, sondern als Spiegel für Bewusstsein, Fokus und Selbstverantwortung.

Unser Fazit zu Slatco Sterzenbach

Sein Vortrag war keine Wohlfühlstunde – er war ein Weckruf! Ein klarer Appell, Verantwortung zu übernehmen: für das eigene Denken, Fühlen und Handeln – jeden Tag. Denn zwischen Komfort und Wachstum liegt genau das, was den Angstfrei-Kongress so besonders macht: Der Mut, sich selbst zu begegnen – und dranzubleiben.

Panflötenkonzert von Gabriel Palacios – Musik als Medizin für die Seele

Ein wahrhaft krönender Abschluss des letzten Angstfrei-Kongresses war das lang ersehnte Live-Konzert von Gabriel Palacios, der mit seinen meisterhaften Panflötenklängen den Saal in eine Atmosphäre aus Ruhe, Weite und tiefer Verbundenheit tauchte. Begleitet von Videoimpressionen aus Natur, Landschaft und Texten, entstand ein Gesamtkunstwerk, das Herz und Verstand gleichermassen berührte. Dieser Moment wirkte weit über das Hören hinaus: Musik besitzt die einzigartige Kraft, unsere Seele zu erheben, Ängste zu lösen und zugleich unser hormonelles wie immunologisches Gleichgewicht positiv zu beeinflussen. Vor allem aber ist  sie eines – ein Balsam für die Nerven und eine unverzichtbare Quelle innerer Stärke. Mit diesem klangvollen Finale fand der Kongress seinen emotionalen Höhepunkt – ein Erlebnis, das noch lange nachhallt.

Ausblick: Der Angstfrei-Tag 2026

Nach dem grossen Erfolg des diesjährigen Kongresses freut es uns besonders, ankündigen zu dürfen:

2026 wird erstmals ein eigener „Angstfrei-Tag“ stattfinden!

Ein kompakter Tag ganz im Zeichen mentaler Gesundheit und innerer Balance – am Vormittag mit interaktiven Workshops für praktisches Erleben und Selbsterfahrung, am Nachmittag mit inspirierenden Speakern, die neue Perspektiven, Wissen und Mut schenken. Ein Tag für Kopf, Herz und Seele – und vielleicht genau der Impuls, den du gesucht hast.

Wir freuen uns schon jetzt auf den Angstfrei-Tag 2026 – vielleicht bist auch du dabei!