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Fachmethode Pferdegestütztes Coaching im Fokus

Was ist das pferdegestützte Coaching

Auch hier geht es um Prozessarbeit: Die persönliche Weiterentwicklung und Selbsterkenntnis der Begleitungsperson, die „Hilfe zur Selbsthilfe“. Dies in Verbindung mit einem Tier als Partner, dem Pferd. Welche Rolle kommt nun dem Pferd in diesem Setting zu? Als Medium wirkt es in der Vermittlungsrolle. Dabei ist seine Uneinvorgenommenheit ein wesentlicher Vorteil uns Menschen gegenüber: Status, Rang oder Stellenwert eines Menschen interessieren das Pferd nicht. Das Pferd ist um sein eigenes Wohlbefinden bedacht und strebt keine ideellen Ziele an, z.B. die Veränderung des Coachees. Es reagiert unbeeinflusst nur auf die aktuellen Impulse der Menschen. Worin liegen hier die Vorteile?

Die Vermittler-Rolle des Pferdes liegt darin, dass es für eine Situation/einen Prozess im Alltag, in der Arbeitswelt der Begleitungsperson steht. Das Pferd ist ein objektiver Feedback-Geber: 1:1, klar, präzise und ehrlich. Mit einer spielerischen wie auch überraschenden Leichtigkeit deckt es unsere bewussten und unbewussten Verhaltensmuster auf. Der vierbeinige Co-Coach verschafft einen tieferen Zugang zu den Persönlichkeitsanteilen des Coachees und weckt in ihm die Akzeptanz und Offenheit für ein tierisches Feedback.

Abgrenzung zu anderen Einsatzgebieten des Pferdes

Von der Hippotherapie unterscheidet sich das pferdegestützte Coaching darin, dass es keine therapeutischen Ziele verfolgt. In der Hippotherapie jedoch wird das Pferd als Ergänzung zur klassischen Psychotherapie bei neurologischen Erkrankungen eingesetzt. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass bei der Hippotherapie auf dem Pferd, beim Pferdegestützten Coaching nur mit Bodenarbeiten, somit neben dem Pferd, gearbeitet wird.

Der Unterschied bezüglich des heilpädagogischen Reitens und Voltigierens liegt darin, dass es hier primär um die therapeutischen Impulse der Körperdynamik geht: Motorik und Sensorik der Patienten werden spezifisch gefördert.

Bei der pferdegestützen Psychotherapie kommt das Pferd vor allem bei Therapiekombinationen zum Einsatz, tiefenpsychologische Arbeit mit anschließendem Transfer am Pferd. Hier kann das Pferd zum Einsatz für einfache Kontaktübungen, für Pflege und Fürsorge bis hin zum darauf reiten (ungesattelt an der Longe) kommen. Für Langzeittherapien z.B. im Umgang mit Ur-Ängsten oder die Aktivierung ins Vertrauen „Getragen zu werden“ hat sich die Arbeit mit dem Pferd sehr bewährt.

Pferde als Begleittiere finden auch bei Langzeitunterbringungen in Spitälern, Hospizen oder Heimen ihren Aktionsradius. Hier besteht ihr Wirkungsbereich in der Psychosomatik in der Stressreduktion, Ausschüttung von Oxytocin und körpereigener Opiate u.a. (siehe Sendung SRF DRS, 8.3.2018, „Pferd im Seniorenheim“, Therapiepferd Peyo).

Besonderheit Pferd im Vergleich zu anderen Tieren im Einsatz mit Menschen

Natürlich sind auch andere Tiere, wie Delphine, Hunde, Wölfe und sogar Lamas in Einsatz des Menschen sei’s für Therapiebereiche oder auch im Coachingsetting.

Die Delphintherapie wird vor allem als Verstärkung und Ergänzung im neurologischen und psychotherapeutischen Bereich eingesetzt. Die Kosten dieser Therapieform sind enorm und zusehends wird die (nicht) artgerechte Haltung immer mehr zum brisanten Diskussionsthema.

Das Tier welches am Menschen durch die Jahrhunderte am nächsten steht ist der Hund. Hunde verfügen eine unglaubliche Anpassungsfähigkeit, welche ihnen vielseitige Einsatzgebiete ermöglicht: Rettungshunde, ausgebildete Partnerhunde, Begleithunde in sozialen Einsätzen u.a. Diese hohe Variabilität verhindert jedoch eine nachhaltige Lernleistung beim Einsatz im Coaching. Hunde sind viel leichter zu steuern oder zu motivieren (Leckerlis, Spiel z.B): Dies bietet zu wenig Herausforderung für die Begleitungsperson bezüglich der Aufgabenstellungen in ihrem themenspezifischen Prozess.

Der Wolf, als Vorfahre des Hundes ist nicht domestiziert. Forschungsprogramme ermöglichen jedoch einen geschützten Kontakt mit diesen Tieren. Bei den wenigen Anbietern für Coaching mit Wölfen geht es primär um Führungserfahrungen für die Begleitungspersonen. Erst selbstsicheres Auftreten und klare Körpersprache ermöglichen ausgewählten Personen (Seminarteilnahme bedingt nicht automatisch eine Erlaubnis zum Wolf-Kontakt) eine gesicherte Annäherung unter Aufsicht der WolfexpertInnen.

Mit Sicherheit hat das Pferd unter den erwähnten Tieren eine perfekte Kombination nicht nur bezüglich seiner emotionalen Wirkung und seinem sozialen Verhalten. Das Pferd ist domestiziert und trotz dessen ursprünglich in seinem Herden- und Fluchtverhalten geblieben.
Welche Qualifikationen das Pferd, wie auch der Coach für ein pferdegestütztes Coaching mit sich bringen muss, dazu mehr in unserem nächsten Persönlichkeitsreport mit Monica Giedemann und Jacqueline Völkel!

„Für wen ist ein pferdegestütztes Coaching geeignet und was macht diese Coachingmethode so speziell?“ – dazu findest du Informationen in unserer Impulszirkel-Ausschreibung vom 23.09.2020 oder melde dich direkt an und lass dir das Life-Coaching nicht entgehen, wir freuen uns auf dich!

Quellen:
„Pferdegestütztes Coaching“, Buch, Gerhard Konir, 2012

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